Appenzell - Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
Mit 663 registrierten Straftaten verzeichnete die Kantonspolizei einen markanten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Einleitung
Im Jahr 2025 verzeichnete der Kanton Appenzell Innerrhoden einen Anstieg der Straftaten auf insgesamt 663. Die Kantonspolizei registrierte im vergangenen Jahr 611 Straftaten im Bereich des Strafgesetzbuchs (StGB), was einer Zunahme von etwas über 16 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz mehrerer Kontrollen auf Baustellen, im Gastgewerbe oder im Dienstleistungssektor, aber auch bei Fahrzeug- oder Personenkontrollen, konnten erfreulicherweise keine Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) festgestellt werden.
Die Straftaten im Betäubungsmittelbereich (BetmG) stiegen auf 6 Delikte an (+500 %), was aufgrund der geringen Fallzahlen jedoch statistisch wenig aussagekräftig ist. Die Verstösse gegen die übrigen Bundesgesetze beliefen sich auf 46 Fälle (+21 %). Erneut hatte sich die Kantonspolizei mit mehreren Staatsverweigerern zu befassen, was statistisch nicht erfasst wird, aber einen hohen Aufwand verursachte.
Allgemein sind in den Bereichen des BetmG, des AIG sowie der übrigen Bundesnebengesetze keine Auffälligkeiten festzustellen.
Gewaltstraftaten
In der Kategorie Gewaltstraftaten wurden im Jahr 2025 gesamthaft 52 Fälle registriert. Das entspricht einer Zunahme von 58 %. Bei den schweren Gewaltdelikten, zu denen namentlich Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen, Vergewaltigungen und qualifizierte Raubdelikte zählen, wurde lediglich ein einzelner Fall registriert.
Die angewandte minderschwere Gewalt, zu der einfache Körperverletzungen, Tätlichkeiten, Raufhandel, Angriff, Raub, Nötigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte usw. gehören, hat im Jahr 2025 um 41 % auf insgesamt 40 Straftaten zugenommen. Ein bedauernswerter Trend zeigte sich im vergangenen Jahr bei den Delikten von Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Diese verzeichneten eine starke Zunahme von 2 Fällen im Jahr 2024 auf 16 Fälle im Jahr 2025. Die angedrohte minderschwere Gewalt (Drohungen und Erpressungen) verzeichnete ebenfalls eine Zunahme um 10 % auf insgesamt 11 Delikte.
Häusliche Gewalt
Im Bereich der häuslichen Gewalt zeigte sich im Jahr 2025 eine deutliche Entspannung: Die registrierten Straftatbestände gingen um 56 % auf 7 Fälle zurück, wobei es sich um 5 polizeiliche Interventionen handelte. In 3 weiteren Einsätzen im häuslichen Umfeld musste die Polizei ebenfalls ausrücken, jedoch wurden dabei keine strafbaren Handlungen festgestellt.
Straftaten gegen die Sexuelle Integrität
Die Straftaten gegen die sexuelle Integrität nahmen um 125 % auf insgesamt 9 Fälle zu. Mehr als die Hälfte davon (5 Delikte) entfielen auf den Straftatbestand der Pornografie nach Art. 197 StGB.
Vermögensdelikte
Die Gesamtzahl der Vermögensdelikte zeigte im Jahr 2025 einen leicht abnehmenden Trend und sank von 302 auf 284 Delikte (-6 %). Besonders erfreulich ist die Abnahme der Einbruchdiebstähle von 32 auf 16 Fälle (-50%) und der deutliche Rückgang der Fahrzeugdiebstähle von 74 auf 27 Fälle (-64 %). Ein markanter Anstieg wurde hingegen im Bereich der Konkurs- und Betreibungsdelikte (Art. 163–171 StGB) festgestellt. Aufgrund einer Gesetzesänderung, die am 1. Januar 2025 in Kraft trat, erhöhte sich die Zahl dieser Delikte von 3 im Jahr 2024 auf 30 im Jahr 2025, was einer Zunahme von 900 % entspricht und zu einem erheblichen Mehraufwand für die Kantonspolizei führte.
Cybercrime
Die Cybercrime-Delikte nahmen im Jahr 2025 weiter zu und erreichten 137 Fälle, was einer Zunahme von 20 % gegenüber den 114 Fällen im Jahr 2024 entspricht. Cybercrime umfasst Straftaten, die im digitalen Raum begangen werden und sich durch die Kombination von Straftat und Tatvorgehen definieren. Aktuell werden 40 verschiedene Tatvorgehen unterschieden, eingeteilt in die fünf Bereiche Cyber-Wirtschaftskriminalität, Cyber-Sexualdelikte, Cyber-Rufschädigung und unlauteres Verhalten, Darknet sowie andere Tatvorgehen.
Der Anteil der Cyberdelikte an allen Straftaten nach StGB beträgt im Jahr 2025 rund 22 %, womit jedes fünfte Delikt ein Cyberdelikt darstellt. Besonders häufig waren Straftaten im Bereich Betrug (61 Fälle) sowie Geldwäscherei (44 Fälle). Trotz zahlreicher Präventionskampagnen hält der seit Jahren steigende Trend weiterhin an.
| Typ | Titel | Dokumentdatum |
|---|---|---|
| MM zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025.pdf | 23.03.2026 | |
| PKS Appenzell Innerrhoden 2025.pdf | 23.03.2026 |