Kanton setzt auf flexiblen ÖV: PubliCar wird ausgebaut

22.04.2026
Die Standeskommission von Appenzell I.Rh. stellt die Weichen im öffentlichen Verkehr neu. Sie setzt auf den Ausbau des PubliCar statt auf einen Ortsbus. Ein dreijähriger Versuchsbetrieb ist ab Dezember 2026 geplant.

Die Standeskommission von Appenzell I.Rh. stellt die Weichen im öffentlichen Verkehr neu. Sie setzt auf den Ausbau des PubliCar statt auf einen Ortsbus. Ein dreijähriger Versuchsbetrieb ist ab Dezember 2026 geplant.

Das von der Standeskommission 2024 erlassene Gesamtverkehrskonzept zeigt konkrete Massnahmen, um den motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den öffentlichen Verkehr (ÖV) zu verlagern. In diesem Zusammenhang hat die Standeskommission die Ergebnisse der Ortsbus-Prüfung beraten. Erarbeitet wurden sie von der Projektgruppe mit Unterstützung des Planungsteams und der Begleitgruppe. Der Entscheid ist gefallen: Der Kanton verfolgt die Variante «Verstärkung PubliCar» weiter. Ziel ist ein flexibles, bedarfsorientiertes Angebot mit gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis.

So funktioniert das neue Angebot

Die Variante «Verstärkung PubliCar» baut das bestehende Rufbus-System gezielt aus. Künftig verkehren die Fahrzeuge nicht nur frei auf Bestellung, sondern zusätzlich auf definierten Routen im Dorf und in angrenzenden Gebieten, etwa zwischen Bahnhof, Rinkenbach, Forren oder Steinegg. Das Angebot bleibt bedarfsorientiert: Gefahren wird nur, wenn eine Fahrt gebucht wird. Neu werden diese Verbindungen aber im Fahrplan sichtbar sein, zum Beispiel in den gängigen ÖV-Apps. Das schafft Orientierung und erleichtert die Nutzung. Für die Bevölkerung besonders wichtig: Auf ausgewählten Strecken im Ortsgebiet soll der heutige Zuschlag entfallen. Fahrgäste bezahlen dort nur noch den regulären Tarif.

Konkreter Nutzen für die Bevölkerung

Mit dem Ausbau verbessert sich die Erschliessung im Dorf spürbar. Quartiere wie Rinkenbach oder Forren werden besser angebunden. Gleichzeitig wird der Zugang einfacher: Verbindungen sind sichtbar, einfach digital sowie telefonisch buchbar und preislich attraktiver. Das System passt sich der Nachfrage an und kann bei Bedarf rasch erweitert oder angepasst werden. So entsteht mehr öffentlicher Verkehr genau dort, wo er gebraucht wird: ohne starre Linien und hohe Infrastrukturkosten.

Versuchsbetrieb ab 2026

Das Volkswirtschaftsdepartement erhält den Auftrag, den Ausbau konkret voranzutreiben. Geplant ist ein Versuchsbetrieb über drei Jahre ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026. Bis im Sommer 2026 soll vorerst die Finanzierung mit dem Bund und den beiden Bezirken Appenzell und Schwende-Rüte geregelt werden.

Finanzierung gesichert, Infrastruktur verbessert

Die erwarteten Ausgaben für den Kanton werden in den Budgets 2027 bis 2029 berücksichtigt. Damit schafft die Standeskommission früh Planungssicherheit für den öffentlichen Verkehr. Unabhängig davon setzt der Kanton auch ein sichtbares Zeichen für den öffentlichen Verkehr: Beim Knoten Hallenbad sollen zwei neue Bushäuschen gebaut werden. Dafür sind rund Fr. 40'000.-- vorgesehen.

Mitteilung im Wortlaut